Mit dem Elektromobil unterwegs – das sollten Sie wissen
Ein Elektromobil bringt ein großes Stück Selbstständigkeit zurück: einkaufen, Arzttermine, Besuche – alles wieder ohne fremde Hilfe. Damit es im Alltag wirklich passt, kommt es auf Reichweite, Abstellplatz und die richtige Modellklasse an.
6 Minuten LesezeitAktualisiert am 01. August 2026
Kostenlos beraten lassen
Welche Klasse passt zu Ihnen?
Modelle bis 6 km/h gelten als Krankenfahrstuhl. Sie dürfen ohne Führerschein gefahren werden und gehören auf den Gehweg – ideal für die Wege im Kiez.
Modelle bis 15 km/h sind schneller und für längere Strecken gedacht. Sie fahren auf der Straße oder dem Radweg. Wer vor dem 1. April 1965 geboren ist, benötigt keine Fahrerlaubnis; alle anderen brauchen mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung.
- Bis 6 km/h: Gehweg, kein Führerschein, wendig, für kurze Wege
- Bis 15 km/h: Straße/Radweg, größere Reichweite, mehr Komfort
- Faltbare Modelle: passen in den Kofferraum, geringere Reichweite
Reichweite realistisch einschätzen
Herstellerangaben gelten für ebene Strecke, moderates Gewicht und milde Temperatur. Rechnen Sie im Alltag mit etwa 70 Prozent davon – im Winter eher mit 50 bis 60 Prozent.
Für den typischen Berliner Alltag mit Einkauf und Arztbesuch genügen meist 25 bis 35 Kilometer Reichweite. In Brandenburg mit längeren Wegen zwischen den Ortsteilen sollten es eher 40 Kilometer und mehr sein.
Versicherung, Abstellen und Laden
Ein Versicherungskennzeichen ist Pflicht und kostet je nach Klasse und Anbieter rund 30 bis 90 Euro im Jahr. Es wird jährlich zum 1. März erneuert und ist bei jeder Kfz-Versicherung erhältlich.
Geladen wird an der normalen Steckdose, meist über Nacht in acht bis zehn Stunden. Der Abstellplatz sollte trocken, möglichst frostfrei und in Steckdosennähe sein – im Treppenhaus ist das Abstellen aus Brandschutzgründen in der Regel nicht erlaubt. Fragen Sie bei Mietwohnungen frühzeitig nach einem geeigneten Platz.
Kosten und Kostenübernahme
Neue Elektromobile kosten je nach Ausstattung etwa 1.500 bis 5.000 Euro; Miete ist ab rund 60 Euro monatlich möglich. Dazu kommen Versicherung, gelegentlich neue Akkus und eine jährliche Wartung.
Bei medizinischer Notwendigkeit kann die Krankenkasse ein Elektromobil als Hilfsmittel bewilligen. Nötig ist eine ärztliche Verordnung mit Begründung, warum der Aktionsradius ohne das Fahrzeug nicht ausreicht. Die Bewilligung erfolgt meist als Leihgabe – Wartung und Reparatur sind dann inbegriffen.
- Ärztliche Verordnung mit Diagnose und Begründung
- Kostenvoranschlag des Sanitätshauses
- Probefahrt vor der Entscheidung
- Prüfen: Reichweite, Sitzkomfort, Wendekreis, Zuladung
Häufige Fragen zu diesem Thema
Brauche ich einen Führerschein für ein Elektromobil?
Für Modelle bis 6 km/h nicht. Bis 15 km/h benötigen Sie mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung – außer Sie sind vor dem 1. April 1965 geboren.
Darf ich mit dem Elektromobil auf dem Gehweg fahren?
Ja, mit Modellen bis 6 km/h. Schnellere Fahrzeuge gehören auf Radweg oder Straße.
Zahlt die Krankenkasse ein Elektromobil?
Bei medizinischer Notwendigkeit ist eine Übernahme als Hilfsmittel möglich. Grundlage ist eine ärztliche Verordnung; häufig wird das Fahrzeug leihweise zur Verfügung gestellt.
Wie lange hält der Akku?
Akkus halten in der Regel drei bis fünf Jahre. Regelmäßiges Laden und ein frostfreier Stellplatz verlängern die Lebensdauer deutlich.
Elektromobil unverbindlich anfragen
24 Stunden für Sie erreichbar · kostenlos & unverbindlich
Weitere Beiträge
Mehr Wissenswertes für Senioren und Angehörige in Berlin & Brandenburg.
Alltag & ZuhauseAlltagshilfe organisieren – so finden Sie den passenden HelferWorauf Sie achten sollten und wie wir Sie dabei unterstützen können.
ReisenBetreutes Reisen: Urlaub mit Pflege rund um die UhrWie betreute Reisen ablaufen und wann die Pflegekasse mitzahlt.
MobilitätTreppenlift: Welche Kosten kommen auf Sie zu?Über Zuschüsse, Finanzierung und unterschiedliche Modelle.